Steil hinauf und tief hinab

Svaneti – ein Region eingebettet in 5000er mitten im großen Kaukasus, welche wir absolut geeignet empfanden, um unsere Tourensaison zu eröffnen. Leider hatten wir den georgischen Start verpasst, da hier der erste Schnee schon im Oktober kam. Dem tat aber kein Abbruch daran, dass wir voller Tatendrang in die Metropole dieser Region einfuhren und uns bereit fühlten, einen Gipfel nach dem anderen abzuhaken.

Jede paar Tage den Standort wechseln und genau dort stehen bleiben, wo man schöne, mit unberührtem Schnee bedeckte Hänge entdeckt. Diese bei bestem Wetter empor steigen, um bei der Abfahrt den pulvrigen feinen Schnee unter seinen Skis entlang gleiten zu lassen – Abends zufrieden den Tag ausklingen lassen. .... Genau so waren unsere Vorstellungen, die dieses mal erheblich von dem was wir vorfanden abwichen!!! Da Mestia selbst nicht ganz so hoch ist (1400 müM) muss man sich erst mal durch meist dichten Wald (Waldgrenze liegt ca. auf 2300 müM) kämpfen, um endlich schöne Hänge zu entdecken. Auch war das Gipfelsturm Gefühl schnell dahin, als wir die Faulheit der letzten Monate merkten.

Durch die Bäume muss man - und die Baumgrenze ist weit Oben
Durch die Bäume muss man – und die Baumgrenze ist weit oben
Dafür belohnen einen solche Panoramen
Dafür belohnen einen solche Panoramen

Aber unsere Motivation wurde nur minderwertig gedämpft. Gleich am Folgetag der Ankunft unternahmen wir unsere erste Tour, von Mestia aus den Nordhang empor in die grobe Richtung des Skigebietes Hatsvali. Aber auch gleich bei der ersten Tour verloren wir den Weg, welchen wir uns auf der Karte am Vortag aussuchten (Es gibt max. Karten 1:50`000, und darin sind ca. nur 1/3 der Wege ungenau eingezeichnet). Trotz dessen war die Natur atemberaubend, es war schön ruhig und man konnte das Landschaftsbild beim Emporsteigen genießen. Nach ein Paar Kilo- und auch Höhenmetern beschlossen wir, mitten im Wald abzubrechen und einen Weg durch diesen zu finden. Einige Lichtungen ließen unser Herz höher schlagen und bis auf den Anfang und das Ende war die Tour eine gute Eröffnung.

An diesem Abend lernten wir Sabine und Bernd kennen und verabredeten uns am nächsten Tag um das Skiresort um den Berg Tetnuldi zu erkunden. Es traf sich super, da ein Taxi nicht ganz gratis ist und man sich die Kosten so teilen konnte. Da es bei den Georgiern eher gemächlich voranschreitet, muss man auch nicht wie in Europa bereits gegen 6 Uhr aufstehen, sondern es reicht 9 Uhr - der Lift öffnet erst um 10 Uhr. Eine lange Schlange erwartet einen so oder so nicht!!
Das Gebiet ist riesig und man kann sich auf vielen Pistenkilometer austoben. Auch gab es noch das eine oder andere Fleckchen neben der Piste, was schön zu fahren war. Wir genossen den Tag, Johannes feilte ein wenig an seiner nicht vorhandenen Telemark-Technik und Theres verbesserte ihre Technik in dem übrig gebliebenen Tiefschnee. Bei der letzten Abfahrt fanden wir doch noch einen schönen langen Hang, der aber schon vormittags ordentlich von anderen Tiefschnee Suchenden zersäbelt wurde – uns gefiel es trotz dessen und wir konnten zufrieden und müde wieder Heim. Den Abend ließen wir mit den Zwei in einem Café, mit interessanten Unterhaltungen über das Reisen, ausklingen.

Unter dem Tednuldi finden wir einen schönen Hang - leider waren wir nicht die ersten
Unter dem Tetnuldi finden wir einen schönen Hang – leider waren wir nicht die ersten

Die kommenden zwei Tage nutzten wir zum Einen um den richtigen Weg am Nordhang Richtung Hatsvali zu finden und zum Anderen um eine ausgedehnte Tour in diese Richtung zu unternehmen. Da wir nicht zu weit Richtung des vorhandenen Skigebietes touren wollten, entschieden wir uns für eine Abfahrt durch einen schönen Wald – für bessere Skifahrer wäre die Abfahrt ein Traum – wir gingen es etwas ruhiger an. Schön war es allemal und so entschlossen wir uns nach 4 Tagen einen Ruhetag einzulegen und auch den Standort zu wechseln.

Endlich den Weg gefunden - hier nutzen wir eine Schneise welche im Sommer als Wanderweg dient
Endlich den Weg gefunden – hier nutzen wir eine Schneise, welche im Sommer als Wanderweg dient

Der Standortwechsel war nicht sehr ausgedehnt – im Prinzip ging es nur auf die andere Seite von Mestia. Da wir aber nicht immer so viele km durch das Dorf laufen wollten, positionierten wir uns hinter dem Flughafen auf der Seite des Osthangs. Wir hofften trotz der starken Sonneneinstrahlung, auf guten Schnee. Auch hier ging man Schritt für Schritt vor. Die erste Tour war zur Erkundung des Weges durch den Wald, da dieser leider auch auf dieser Seite nicht wegfiel. Aber es ging super und der vorhandene Wanderweg war für den Aufstieg perfekt. Am nächsten Tag ging es früh los – wenn man halb 10 früh nennen kann – in Georgien ist es suuuuper früh!!! (Die Sonne ging zu dieser Zeit um 8:30 Uhr auf und um 18:30 unter) Die erste Hälfte war super zu gehen – die zweite mussten wir teils in meterhohem Schnee spuren. So merkte man schnell, wie anstrengend es war. Aber das Panorama und das perfekte Wetter an diesem Tag entschädigte uns für alles. Nach ca. 1300 hm und 8 km entschlossen wir es sein zu lassen, da der Blick auf den vor uns empor ragenden Gipfel nur verblasenen, harten Schnee oder schon wieder Fels hervor brachte. So snackten wir etwas und machten uns auf den Rückweg. Bei der Abfahrt trafen wir noch eine geführte Gruppe Esten an, die das Glück einer gemachten Spur hatten und bei der Abfahrt das Glück eines Guide. Die Hänge waren schön aber teilweise sehr flach und teilweise mussten wir auch wieder aufwärts. Unten angekommen liess die geführte Gruppe auch nicht lange auf sich warten; sie genossen anscheinend eine schönere Abfahrt als wir. So war rasch entschlossen, diese Abfahrt am Folgetag zu erkunden. Gesagt getan – in der Tat war die Abfahrt schöner aber gegen Ende eben auch viel steiler durch den Wald und eher für geübte Fahrer wie Theres zu empfehlen und nicht für so Gurkenfahrer wie Johannes. Aber frei nach dem Motto – runter kommt man immer – kamen wir auch dieses mal munter und gesund bei Emma wieder an. Johannes mit ein wenig mehr Schnee im Gepäck!!!

Bei Sonnenaufgang geht es los
Bei Sonnenaufgang geht es los
Auch hier nutzen wir einen Wanderweg für den Aufstieg
Auch hier nutzen wir einen Wanderweg für den Aufstieg
Und es geht weiter an Wäldern vorbei
Und es geht weiter an Wäldern vorbei
Die Aussicht ist atemberaubend - wir nähern uns den Koronuldi Lakes
Die Aussicht ist atemberaubend – wir nähern uns den Koronuldi Lakes
Trotz mehr Schnee im Gepäck sind die Abfahrten traumhaft und Johannes glücklich
Trotz mehr Schnee im Gepäck ist die Abfahrt traumhaft und Johannes glücklich
Die Wärme der Sonne wird genutzt um alles zu trocknen
Die Wärme der Sonne wird genutzt um alles zu trocknen

Inzwischen bekannt und eingespielt – wir entschlossen uns wieder zu einem Standortwechsel. Es ging am gleichen Tag wieder nach Mestia rein, wo wir unsere Vorräte aufstockten und uns den Platz neben einem Holzofen im Café Laila sicherten.

Die nächsten Touren werden in einem warmen Cafe geplant - das Wetter begutachtet und die Karten studiert
Die nächsten Touren werden in einem warmen Café geplant – das Wetter begutachtet und die Karten studiert

Ein Tag Entspannung war super. Aber es blieb auch bei einem Tag – so fuhren wir am Folgetag Richtung Etseri. Ein kleines Dorf, welches einen super Start, ohne viele Wälder, durch eine Schneise bietet. Auch wurde der erste Tag gleich wieder genutzt, um den Weg zum Fuße des naheliegenden Gipfels zu suchen. Und diesen fanden wir auch wieder sehr gut. Die Abfahrt war auch schöner als wir es dachten und dank einer Gruppe, die wir beobachteten, fanden wir noch einen besseren Weg zurück in das ca. 4 km entfernte Dorf.

... und nach dem Beschluss der Rückkehr sind freuen wir uns beide auf die Abfahrt
Spät los, aber es reichte für eine kurze, unvergessliche Abfahrt in schönstem Schnee

Es wurde beschlossen, den Gipfel auf 3311 M.ü.N zu erklimmen. Das hieß gut Abend zu essen und früh ins Bett, damit man morgens früh los kann – so geschah es auch. Raus aus den Federn um 7 Uhr (Johannes um 7:15 Uhr) und um 8:30 Uhr ging es los. Gefühlt weckten wir jeden Hund im Dorf, der wiederum jeden Mitbewohner weckte. Das Wetter war ebenfalls nicht auf unserer Seite und so schneite es anstatt des angesagten Sonnenscheins, welcher sich nach Vorhersage mind. vier Stunden hätte blicken lassen sollen. Der Tag war nicht unser Tag. Es war bitter kalt und bedeckt, die Sicht war gleich null und als zudem noch Wind einsetze, wurde es uns zu heikel und wir beschlossen, das Vorhaben für heute liegen zu lassen. Johannes passte das gar nicht in den Kragen und er sagte schon Null Bock für den kommenden Tag voraus. Felle ab – Abfahrt. Wenigstens die hat gepasst, schöner Schnee in einem schönen, offenen Hang und ab Heim ins Warme.
Abends vergassen wir die Strapazen und beschloss es nochmals zu versuchen. Das gute, einheimische Essen stärkte uns und wir machten uns am Morgen noch einen Tick früher auf den Weg – müde versteht sich. Das Wetter sah gut aus, nur im Schatten hatte es wieder ordentliche Minusgrade. Aber schnell schritten wir voran und genossen bald die Wärme der Sonne und wieder einmal das absolut atemberaubende Panorama bei bestem Wetter. Der Aufstieg nahm ca. 5 Stunden in Anspruch bis ca. 150 m unter den Gipfel – dann wurde uns das Gelände zu steil und die Bedingungen der Vortage sprachen eher nichts Gutes. So wurde die Tour ein zweites mal vorzeitig beendet, was unsere Laune aber nicht verdarb. Zufrieden mit der Leistung machten wir uns fahrbereit und es ging runter. Bei bestem Wetter ließen wir den pulvrigen, feinen Schnee unter unseren Skis entlang gleiten und genossen lange und breite, unbefahrene Hänge. Wie in einem Rausch schwebten wir dahin – am Ende doch wie wir es uns am Anfang vorgestellt hatten ...

Der Blick nach Oben - Unten liegt Etseri
Der Blick nach oben – unten liegt Etseri
Steil und lange geht der Aufstieg von Ester aus ...
Steil und lange geht der Aufstieg von Etseri aus … und so wird auch die Abfahrt
Bei bestem Wetter lallen wir den pulvrigen, feinen Schnee unter unseren Skis entlang gleiten ...
Bei bestem Wetter lassen wir den pulvrigen, feinen Schnee unter unseren Skis entlang gleiten …
... und genießen es ...
… und genießen es …
... bis zum letzen Meter
… bis zum letzen Meter

... Wir wechselten alle paar Tage unseren Standort und fanden schneebedeckte Hänge. Das Wetter war nicht immer schön und manchmal war der Wald auch dicht. Aber im Ganzen hatten wir ein paar richtig schöne Abfahrten. Die Untätigkeit wurde schnell von den Hüften gelaufen und wir sind bereit für die nächste Runde. Auf der Karte steht als nächstes Bakuriani, dann die Region um Stephansminda und es soll auch spätesten im März mit Besuch wieder nach Svaneti gehen .... wir freuen uns jetzt schon ...

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