Auf Entdeckungstour mit Familie Höpli

Abends um 17:15 landete das Flugzeug und kurz vor 6 Uhr konnten wir uns endlich begrüssen. Schön war es, wieder bekannte Gesichter und Stimmen aus der Heimat zu sehen. Wir fuhren zum Hostel, luden alles Gepäck ab und weiter ging es zur Wohnung von Mikel, wo Johannes eine Überraschungsparty für Theres organisiert hatte, da am nächsten Tag ihr Geburtstag war. Wir verbrachten einen tollen Abend mit gutem Essen in bester Gesellschaft.

Leckeres Essen und geselliges Beisammensein
Leckeres Essen und geselliges Beisammensein

Am nächsten Tag schliefen wir aus und beratschlagten, was wir tun könnten, da das Wetter für die Berge nicht so vielversprechend war. So beschlossen wir, spontan in den Osten des Landes zu fahren und besuchten am ersten Tag das Kloster David Gareja, direkt an der aserbaidschanischen Grenze.

Innenhof des Klosters
Innenhof des Klosters
Freskenmalereien in Felsräumen
Freskenmalereien in Felsräumen

Wir zelteten in der Nähe und genossen es, wieder einmal in unseren Schlafsäcken zu schlafen. Am nächsten Morgen wurden wir von Schafherden geweckt.

Kochen des Abendessens umgeben von weitläufigen Grashügeln
Kochen des Abendessens umgeben von weitläufigen Grashügeln
Eine der vielen Schafherden, die den Winter in der Region verbringen
Eine der vielen Schafherden, die den Winter in der Region verbringen

Nach dem Frühstück ging es weiter nach Dedopliszqaro, wo wir uns im Nationalpark Büro registrierten und uns dann entschieden, die Schlammvulkane zu besichtigen. Nach einer ca. zweistündigen Fahrt über Pisten kamen wir bei den kleinen Vulkanen an.

Auf dem Weg zu den Vulkanen, Dani konnte sich noch vor dem Schlamm retten
Auf dem Weg zu den Vulkanen, Dani konnte sich noch vor dem Schlamm retten

Sie waren kalt und blubberten ein wenig und auf einigen lag eine dicke Erdölschicht. Es gab sogar zwei grosse Vulkane, die einen Durchmesser bis 3 m hatten. Die Natur um uns herum war auch atemberaubend und wir konnten verschiedene kleinere und grössere Vögel, sowie eine Schildkröte und Echsen bewundern.

Einer der grossen Vulkane, komplett mit Erdöl bedeckt
Einer der grossen Vulkane, komplett mit Erdöl bedeckt
Unser Übernachtungsplatz
Unser Übernachtungsplatz
Die Schildkröte, welche direkt beim mit Erdöl verschmierten Abfluss lebte
Die Schildkröte, welche direkt beim mit Erdöl verschmierten Bächlein lebt
Eine ca. 30 cm lange Echse
Eine ca. 30 cm lange Echse

Die Nacht verbrachten wir wieder in unseren Zelten und am nächsten Tag erkundeten wir zuerst die Umgebung zu Fuss und fuhren dann wieder gemütlich nach Tbilisi zurück, wo wir nochmals im Hostel schliefen. Gemäss Wetterbericht waren ein paar sonnige Tage in den Bergen vorhergesagt. Am folgenden Tag fuhren wir ca. 8 Stunden Auto, kauften noch das letzte Mal ein und kamen Abends kurz vor dem Eindunkeln in Mestia an.

Churchelas, georgische Zwischenverpflegung und für Stärkung auf Skitouren
Churchelas, georgische Zwischenverpflegung und gute Stärkung auf Skitouren

Das Abendessen nahmen wir im altbekannten Laila ein. Am folgenden Tag ging es nach dem Frühstück los nach Ushguli, auf einer uns unbekannten Strecke. Sobald das Skigebiet Tetnuldi passiert war, wurde die Strasse ziemlich eng, teils Schnee bedeckt oder matschig. Dank unserem guten Fahrer Johannes und dem Schwarzen Blitz, meisterten wir alles ohne Verlust. Dani machte sich als guter Beifahrer und half oft mit einweisen und unterlegen von Steinen.

Kontrolle des Autos durch Johannes
Kontrolle des Autos durch Johannes, Rita geniesst derweilen die Sonne…
Unterlegen von Steinen, um ohne Verlust auf die Eisdecke fahren zu können
Unterlegen von Steinen, um ohne Verlust auf die Eisdecke fahren zu können
Damit wird Schnee geräumt und die Strasse planiert
Damit wird Schnee geräumt und die Strasse planiert

In Ushguli angekommen, wurden wir herzlich von einer Familie begrüsst, welche uns schon in Mestia empfohlen wurde. Die Familie bestand aus den Eltern und den 6 Kindern, wovon die Älteste sehr gut Englisch sprach. Kurz nach unserer Ankunft wurden wir mit hausgemachtem Brot, Käse und und Butter willkommen geheissen. Und natürlich durfte der Chacha (Grappa) nicht fehlen. Das Abendessen war ein Schmaus, reichhaltig wurde unser Tisch eingedeckt. Zum Frühstück sah es wieder gleich aus, es gab Bratkartoffel, Griesschnitten, Brot, Käse...

Reichhaltiges Frühstück
Währschaftes Frühstück

Danach ging es wohlgenährt auf unsere erste Skitour. Der Schnee war nicht schlecht, und eine Aufstiegsspur war auch schon vorhanden, waren doch die Hänge um das Dorf bei Kurztouristen beliebt. Den nächsten Tag verbrachten wir nochmals im Dorf, da wieder kräftiger Schneefall eingesetzt hatte. Wir bekamen von der ältesten Tochter eine private Führung in dem am Haus angebauten Wehrturm. Am Abend hiess es packen für die nächsten Tage im Basecamp.

Blick aus dem familieneigenen Wehrturm auf einen Nachbarturm
Blick aus dem familieneigenen Wehrturm auf einen Nachbarturm
Der Wehrturm dient heute noch unter anderem als Vorratskammer
Der Wehrturm dient heute noch unter anderem als Vorratskammer
Warten auf Touristen...
Warten auf Touristen…

Nach einem stärkenden Frühstück und bei schönstem Wetter machten wir uns auf den Weg ins Basecamp unterhalb des Berges Schchara. Nach ca. 3 Stunden kamen wir erschöpft an (die Rucksäcke waren voll und schwer und die Sonne brannte kräftig).

Aufstieg ins Basecamp
Aufstieg ins Basecamp

Nachdem wir den optimalen Schlafplatz ausgesucht und unsere Zelte aufgestellt hatten, machten wir noch eine kleine Skitour inklusive eines Schneeprofils. Dieses verhiess leider nichts Gutes, es musste von erheblicher Lawinengefahr ausgegangen werden.

Beim Erkennen der verschiedenen Schneeschichten
Beim Bestimmen der verschiedenen Schneeschichten

Abends gab es dann leckeres Essen vom Kocher und dann ging es ab ins Zelt in die warmen Schlafsäcke.

Dick eingepackt in die Schlafsäcke
Dick eingepackt in den Schlafsäcken

Leider war das Wetter die nächsten Tage nicht so toll, trotzdem unternahmen wir weitere Skitouren und machten nochmals Schneeprofile. Am dritten Tag, auf einem Rücken kurz vor dem Gipfel, gab es ein Wumm und im linken sowie im rechten Hang gingen zeitgleich Lawinen los. Beeindruckt schauten wir der grösseren zu unserer Linken nach. Der Anriss zog sich auf ca. 500 m Länge und die Lawine donnerte bis in den Talgrund. Danach war uns nicht mehr zum Weitergehen zu Mute...

Rechts im Bild der Rücken, auf welchem wir unterwegs waren
Unser Berg, auf welchem wir mehrmals unterwegs waren, in der Mitte die Anrissstelle der Lawine
Der Anriss der Lawine zu unserer Linken
Der Anriss der Lawine zu unserer Linken

Am nächsten Tag beendeten wir den Aufstieg und kamen auf dem Gipfel an. Am zweitletzten Tag hatten wir nochmals grosses Wetterglück und genossen die grandiose Umgebung. Leider war die Lawinengefahr für die schönsten Hänge immer noch zu gross, doch wir fanden ein paar tolle Hänge und hinterliessen schöne Spuren.

Aufstieg am zweitletzten Tag
Aufstieg am zweitletzten Tag
Rita in rassiger Fahrt
Rita in rassiger Fahrt
Auch Johannes genoss den Tiefschnee
Auch Johannes genoss den Tiefschnee
Am Liebsten surft und hüpft Theres im Schnee
Am Liebsten surft und hüpft Theres im Schnee
Die schönsten Linien zog Dani
Die schönsten Linien zog Dani

Nach 5 Nächten ging das Essen und das Benzin aus, so entschieden wir uns, wieder in die Zivilisation zurück zu kehren. Am letzten Morgen wurden wir um 7 Uhr durch Gesänge geweckt, es waren 3 Jungs aus Ushguli, welche sich frühmorgens mit ihren Skis zur Mineralquelle aufgemacht hatten, um Wasser und Chacha zu trinken, sowie zu frühstücken. Wie sie wieder zurückgekommen sind, konnten wir nur anhand der Spuren erkennen, Felle hatten die 3 keine...

Unser Wecker am letzen Morgen
Unser Wecker am letzten Morgen
Schnee schmelzen mussten wir auch keinen, floss ein sehr mineralhaltiger Fluss in unserer Nähe vorbei
Schnee schmelzen mussten wir nie, floss ein sehr mineralhaltiger Fluss in unserer Nähe vorbei

Bei der Rückkehr hatten wir nochmals schönstes und warmes Wetter.

Bei schönstem Wetter wurde das Basecamp abgebaut
Abbau des Basecamps
Es war wirklich heiss; Dani bei einer Abkühlung
Es war wirklich heiss; Dani bei einer Abkühlung

Wir hatten eine tolle Zeit im Basecamp und erlebten das Campen von einer kälteren Seite. Wir merkten auch, dass die Sonne einen wichtigen Beitrag zur Motivation leistet; trotz einiges an Neuschnee und starkem Wind hielten wir es fast eine Woche aus. Spass hat es auf jeden Fall gemacht.

Abends nach dem Skitouren beim Versuch, die Socken und Skischuhe zu trocknen
Abends nach dem Skitouren beim Versuch, die Socken und Skischuhe zu trocknen
Am Morgen beim Frühstücken
Am Morgen beim Frühstücken

Zu Hause durften unsere Männer erst einmal mit dem Hausherr ein paar Schnäpse trinken (3 müssen es mindestens sein) und erst danach die wohlverdiente Dusche geniessen. Dank des schönen Wetters konnten wir in Ruhe alles trocknen und aufräumen. Zum Abendessen gab es wieder leckeres Essen und wie es nicht genug sein könnte, nochmals ein paar Schnäpse, bis die Flasche leer war. Der Schlaf war dann nicht nur wegen der Müdigkeit so tief in jener Nacht...
Am nächsten Tag packten wir alles ins Auto, genossen nochmals ein reichhaltiges Frühstück und machten uns nach dem Verabschieden auf den Weg nach Mestia. Die Strasse wurde in der Zwischenzeit teils verdichtet und die Hänge überhalb waren zum Glück noch meistens gefroren, so dass die Rückfahrt mit vorsichtigem Fahren ohne Probleme über die Bühne ging. In Mestia gab es dann eine kurze Kaffeepause und anschliessend ging es weiter nach Zugdidi, wo wir auf dem Markt unsere Vorräte auffrischten. Anschliessend fuhren wir bis ans schwarze Meer, an welcher Küste wir im Nationalpark von Kolkheti zelteten. In einem Tag mehr als 2000 Höhenmeter...

Am Strand des Schwarzen Meeres
Am Strand des Schwarzen Meeres

Am nächsten Tag bestaunten wir die ca. 50 Fischer, obwohl im Park fischen verboten war. Danach machten wir einen kurzen Abstecher ins Nationalpark Zentrum, von wo aus wir ein paar grössere Vögel beobachten konnten. Anschliessend machten wir uns wieder auf den Weg. Kurz vor Kutaisi bogen wir ab und statteten der Prometheus Cave, eine riesige Tropfsteinhöhle, welche in Hallen unterteilt ist und grosse, farbig ausgeleuchtete Säle hat, einen Besuch ab.

Vor dem Eingang der Prometheus Cave, Rita und Johannes
Vor dem Eingang der Prometheus Cave, Rita und Johannes
In der Höhle
In der Höhle

Ziemlich beeindruckt machten wir uns anschliessend auf die Suche für unser Nachtlager und wurden neben einer kaum befahrenen Strasse fündig. Abends kamen sogar Schafe vorbei und wir machten ein grösseres Lagerfeuer.

Aperitif am Feuer
Aperitif am Feuer

Leider war am nächsten Tag Nieselregen angesagt, was uns jedoch nicht davon abhielt, einen längeren Stop in Kutaisi zu machen, um den Markt auszukundschaften. Danach fuhren wir weiter nach Bordjomi, wo wir vernommen hatten, dass es eine heisse Quelle gibt. Als wir vor Ort waren, staunten wir nicht schlecht. Trotz des nassen Wetters waren viele Touristen vor Ort, einige auch im Wasser. Wir holten unsere Badesachen, assen erst Zvieri und froren schon ganz anständig. Schlussendlich wagten wir uns trotzdem ins Wasser, welches eine Temperatur von ca. 30 Grad aufwies.

Wieder warm angezogen nach dem Baden
Wieder warm angezogen nach dem Baden

Das Umziehen brauchte wieder Überwindung, war es draussen gefühlt nicht einmal 10 Grad warm. Da in der Umgebung leider überall ziemlich viel Abfall lag und das Wetter zudem nass und kalt war, entschieden wir, uns eine Nacht im Hotel zu gönnen.
Als wir am nächsten Tag aufstanden, lag auf den umliegenden Dächern sogar Schnee. Wir verliessen Bordjomi mit Regen- und Schneeschauer. Der nächste Halt war kurz ausserhalb von Gori in Uplistsikhe, einer alten Festungs- und Höhlenstadt.

Uplistsikhe
Uplistsikhe

Nach einem Spaziergang durch die verschiedenen Höhlen und Ruinen fuhren wir bis nach Tbilisi, wo wir uns im altbekannten Hostel niederliessen. Am Abend kochten wir erst einmal leckere Spätzli mit viel Salat und als Nachspeise gab es Schoggi Crêpes. Wohl genährt ging es ins Bett, um am nächsten Tag einmal quer durch die Stadt zu laufen, mit Besuch von diversen Sehenswürdigkeiten sowie dem riesigen Markt.

Sulfurbäder in Tbilisi
Sulfurbäder in Tbilisi

Abends gab es zum Abschluss nochmals leckeres, georgisches Essen und am nächsten Tag packten wir unsere Sachen, Dani und Rita zog es nochmals kurz in die Stadt und am Mittag fuhren wir die Zwei wieder auf den Flughafen.

Toll wars mit euch, haben wir doch Georgien auf eine neue Art kennen gelernt. Wir wünschen euch für das nächste halbe Jahr alles Gute bei euren Vorhaben!! Danach gehts für die Zwei auch auf eine mehrjährige Weltreise mit dem Fahrrad.

Und wer weiss, wo sich das nächste Mal unsere Wege kreuzen werden...

Schön wars mit euch...
Schön wars…

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