Einmal Iran komplett

Die Reise begann mit dem Abflug in Deutschland. In Kutaissi wurden wir von unseren Freunden, den Mönchen, abgeholt, assen kurz Frühstück mit ihnen und dann ging es nach Tbilisi zu Emma. Alles Gepäck (60 kg!!) wurde verstaut, das Wassersystem gereinigt und dann fielen wir ziemlich müde ins Bett.
Am nächsten Tag erledigten wir noch ein paar kleinere Arbeiten und gegen Mittag machten wir uns auf an den Turtle Lake in Tbilisi, wo wir uns mit zwei weiteren Reisenden, Eini und Isi, verabredet hatten. Da sie im VW Bus unterwegs waren, kamen sie am Abend zu uns. Den nächsten Tag über machten wir diverse Erledigungen und den Abend verbrachten wir wieder mit Isi und Eini und es gesellten sich noch Paul und Lea mit ihrem Sohnemann Luk zu uns. Alle fanden wir irgendwie Platz in Emma und es war richtig gemütlich. Zwei Tage später ging es dann für uns richtig los, ab in den Osten. Erst fuhren wir jedoch in die entgegengesetzte Richtung, da wir am Schrott Lkw in Achalzike nochmals wegen einem Ersatzteil nachschauen wollten, jedoch erfolglos. Kurz vor der türkischen Grenze übernachteten wir und passierten am nächsten Morgen ohne Probleme den Grenzübergang. Im wohl bekannten Cildir deckten wir uns mit gutem Käse ein, bevor es dem Cildir See entlang nach Kars ging. In einem neugebauten Vorort fanden wir einen Parkplatz und machten uns nach dem Eindunkeln auf den Weg ins Zentrum. In einem kleinen Lokal, welches von drei Schwestern in unserem Alter geführt wurde, liessen wir uns regionale Köstlichkeiten vorführen. Die Verständigung ohne gemeinsame Sprache war nicht einfach, doch plötzlich hielt Theres das Handy der Köchin in der Hand und war mit der Nichte aus der Schweiz verbunden. So erfuhren wir auch, dass es das Lokal erst seit 2 Wochen gibt (unser Glück) und auch die Nachspeise mit Hülsenfrüchten (ein süsses Dessert mit unter anderem weissen Bohnen und Kichererbsen) wurde uns empfohlen.

Es gibt leckere Asure, eine türkische Nachspeise

Nach ein paar Einkäufen auf dem Nachhauseweg legten wir uns zufrieden in unser Bett. Am folgenden Tag fuhren wir die letzten Kilometer zur iranischen Grenze am Fusse des Ararats entlang.

Nur eine kleine Wolke verdeckt den Gipfel des Ararats

Kurz nach dem Mittag waren wir an der Grenze und erst ging es entlang einer 2 km langen Lkw Schlange. Die Abfertigung auf der türkischen Seite ging problemlos und direkt vor dem Übergang in den Iran gesellte sich ein Unimog zu uns. Wir sagten kurz hallo und dann ging es schon weiter, alle drängten nach vorne. Durch die iranische Grenzkontrolle führte uns ein „Schleuser“ und auch auf unsere Nachfrage hin versicherte er uns, dass wir ihm kein Geld zahlen müssen. Kurz vor dem Ausgang wurde noch versucht, uns eine überteuerte Versicherung anzudrehen, doch dank unserer Hartnäckigkeit schafften wir es ohne Kauf bis aus dem Grenzbereich. Dort warteten wir dann auf Ingrid und Jürgen und zusammen beschlossen wir, einen Schlafplatz im Dunkeln zu suchen. Nach einigen Kilometern stellten wir uns ein wenig abseits der Strasse hin und genossen zusammen den Abend. Den nächsten Tag verbrachten wir mit organisieren einer Versicherung und dem Kauf von SIM-Karten, sowie Geld wechseln. Glücklicherweise konnten wir in Maku die Hilfe eines weit gereisten Advokaten in Anspruch nehmen, der uns mit einigen Telefongesprächen half. Eigentlich bekamen wir alles, nur musste die SIM-Karte erst freigeschaltet werden und wir sollten am nächsten Tag nochmals vorbeikommen. Also durch den Abendverkehr (Mittags ist infolge Siesta nicht viel los) wieder auf den bekannten Übernachtungsplatz. Am nächsten Tag luden wir unser Guthaben auf, machten die letzten Besorgungen und fuhren durch eine atemberaubende Landschaft über einen Pass auf 2400 m.ü.M. auf die andere Seite, wo wir an einem Stausee die anscheinend älteste Kirche der Welt (Chapelle St. Mère de Dieu) anschauten.

Die kleine, armenische Kirche oberhalb des Stausees

In der Nähe davon verbrachten wir den Abend bei einem gemütlichen Pizzaessen. Als die Sonne am nächsten Tag erschien, machten wir uns auf Richtung Süden. Die Strasse war nun eine Piste und durch Täler ging es vorbei an den schönsten Felsformationen.

Wem würde es hier nicht gefallen? Diese Farben…

Danach fuhren wir zu einem alten, armenischen Kloster, von welchen wir in Armenien schon genug gesehen hatten und deshalb einen kleinen Spaziergang unternahmen. Auf einer Nebenstrasse und durch Regen- und Hagelschauer fuhren wir anschliessend nach Khoy, wo wir erst einmal eine Mittagspause einlegten. Kurz vor dem Eindunkeln machten wir uns auf Stellplatzsuche, welche wir ein wenig abseits der grossen Strasse gut trafen. Die Hauptattraktion des nächsten Tages war die Überquerung des Urmiasalzsees, dem es leider nicht besser geht, als dem Aralsee. Seit einigen Jahrzehnten hat die Wasserfläche auf über 1/3 der ursprünglichen Oberfläche abgenommen. Nichtsdestotrotz war es ein eindrückliches Naturschauspiel.

Blick über den Urmiasalzsee, schwach zu erkennen am Horizont die Brücke

Anschliessend ging es weiter nach Täbris, wo wir unsere Fahrzeuge im El Goli Park abstellen konnten. Wir gingen noch kurz einkaufen und fanden per Zufall eine Confiserie mit einer riesigen Auswahl. Nach dem Abendessen gönnten wir uns mit Ingrid und Jürgen die Leckereien, bevor wir müde ins Bett fielen.
Bei eisigen Temperaturen machten wir uns am nächsten Tag auf ins Zentrum, da islamischer Sonntag war (Freitag), war nicht viel los. Wir streiften eine Weile durch den Bazar, wobei nur wenige Läden offen hatten und zum Mittagessen gab es eine Leckerei vor Ort, in Brot eingewickelte Kartoffel mit Ei, Tomate und Gewürzen.

Es gibt so viele Leckereien auf dem Bazar
Unser Lieblingssnack in Täbris, er machte die Besten
Die Blaue Moschee im Zentrum von Täbris

Dann wieder zurück zu unseren Fahrzeugen und nach einem kurzen Intermezzo mit dem Unimog fuhren wir am Mittag noch ein paar hundert Kilometer Autobahn. Den nächsten Morgen verbrachten wir infolge kalten Temperaturen nochmals mit reparieren des Unimogs und nach dem Mittagessen ging es weiter Richtung Teheran.

Bevor es los geht, muss erst am Unimog geschraubt werden
Auf dem Weg passierten wir die „Farbigen Berge“

In einem Aussenbezirk gingen wir noch das letzte Mal zusammen einkaufen, Geld wechseln und eine köstliche, iranische Mahlzeit essen: ein Sandwich gefüllt mit Salat, eingelegtem Gemüse und Falafel. Dann hiess es sich zu verabschieden und für uns ging es weiter zum Flughafen in Teheran, wo wir einen guten Parkplatz fanden und Hannah, die Cousine von Johannes, in der gleichen Nacht um 3:00 Uhr abholten. Gross war die Freude über unser Wiedersehen nach fast einem Jahr. Am nächsten Tag fuhren wir mit der Metro in die Innenstadt (was über eine Stunde dauerte) und gingen mit Till, einem Freund aus Stuttgart, den wir schon in Tbilisi getroffen hatten, in ein vegetarisches Restaurant Kebab und andere Köstlichkeiten essen.

Schönes Wiedersehen im Zentrum von Teheran

Nun waren wir bereit für die ersten Abenteuer und fuhren in den Süden, wo eine kleine Wüstentour geplant war. Kurz vor Kashan überholte uns ein altes Hymer-Wohnmobil, in welchem eine argentinische Familie unterwegs war. Sofort haben wir angehalten und spontan entschlossen, die nächsten Tage zusammen zu verbringen. Bevor es mit ihrem Mobil ins Zentrum von Kashan ging, kochte Johannes für alle leckere Spaghetti und danach erkundeten wir den Bazar und wurden von diversen Leuten mit Keksen und einer traditionellen Suppe beschenkt.

Zuerst ging es mit dem Hymermobil ins Zentrum von Kashan
Für sein nächstes Projekt besorgte sich Johannes echte Wolle
Sollten wir Emma von Innen noch ein wenig verschönern?
Eindrücklich diese Halle mitten im Bazar
Er war der Reisverkäufer

Den nächsten Tag verbrachten wir zuerst mit einigen kleineren Reparaturen am Hymermobil und Wassertanken, bevor wir zum Eingang der Maranjab Wüste fuhren.

Das Warmwasser der Lopez musste repariert werden

Dort angekommen fing eine endlose Diskussion über den Eintrittspreis an, da uns die Ranger nur mit einem Guide reinfahren lassen wollten und zudem schwankte der Eintrittspreis die ganze Zeit. Wir versuchten per Telefon Hilfe zu holen, da die Ranger kein Englisch sprachen. Am Schluss kam ein Guide mit seinen Touristen vorbei und nach über einer Stunde zähen Verhandlungen konnten wir fahren. Die Eintrittsgebühr haben wir dann an einem anderen Kontrollposten nachbezahlt.

Auf dem Weg zum Übernachtungsplatz ging schon die Sonne unter

In der Zwischenzeit war Hussein mit seinem Freund gekommen, den jemand anscheinend bei den Verhandlungen angerufen hatte. Er zeigte uns einen schönen Übernachtungsplatz bei den Sanddünen und genoss unsere Gesellschaft am Feuer.

Sobald die Iraner weg waren, wurde mit einer baskischen Bota auf die erste Nacht in der Wüste angestossen

Am nächsten Morgen standen wir um 6:30 Uhr auf, um den Sonnenaufgang zu bestaunen und um 8:00 Uhr stand Hussein schon wieder da, machte Feuer und lud uns zu einem reichhaltigen Frühstück ein.

Lecker Frühstück mit frischem Brot, Datteln und Honey Cream

Gut gestärkt machten wir uns gegen Mittag auf zum Salzsee, auf welchem wir bis fast zur Mitte rausfuhren. Dementsprechend tolle Bilder haben wir gemacht...

Diese eindrückliche Weite und überall die Salzkruste
Das war die ganze Truppe

Anschliessend ging es weiter zur Karawanserei, in welcher Nähe wir nochmals eine Nacht verbrachten. Ein gemeinsames Essen mit Suppe und Salat liess den eindrücklichen Tag entspannt am Feuer ausklingen. Am nächsten Morgen kam überraschender Besuch aus Teheran, welcher unsere Mitreisenden kannte und wenig später kam Hussein mit seiner ganzen Familie, da es wieder „Sonntag“ war. Fürs Mittagessen fuhren wir weiter nördlich und auf halbem Weg war es die Aufgabe von Johannes und Emma, einen festgefahrenen Reisebus zu befreien. Gross war die Freude beim Chauffeur und Johannes war ein sehr gefragtes Fotomotiv.

Zieh Emma!!!
Ein vorbeikommender Geländewagen lieh die „Sandbleche“ aus
Bitte noch ein Foto

Wir fuhren weiter an einen Rummelplatz mitten in der Wüste, wo wir alle zusammen ein gemütliches Familienessen genossen.

Zubereitung der Spiesse

Gegen Abend wurde beschlossen, noch eine Insel im Salzsee anzufahren und kaum da, hatte sich das Hymermobil im Sand festgefahren. Wieder einmal war Johannes der Retter. Wir bestiegen den höchsten Punkt der Insel, genossen das Panorama und nach dem Sonnenuntergang ging es zurück aufs Festland. Nach einer rumpelnden und staubigen Fahrt bei Dunkelheit, kamen wir gegen 21:00 im Haus von Hussein an und wurden mit einem leckeren Abendessen belohnt. Müde und glücklich fielen wir in unsere Betten (wir konnten nach einer längeren Diskussion Hussein überzeugen, dass sie tolle Gastgeber sind, wir jedoch unsere Betten in unseren Campern ihrem Teppichboden bevorzugen). Am nächsten Tag verliessen wir das Haus erst nach einem nahrhaften Frühstück. Johannes kümmerte sich noch ein wenig um Emma und dann hiess es Abschied nehmen von den Lopez. Für uns ging es in einer längeren Fahrt nach Isfahan, wo wir kurz nach dem Eindunkeln unseren Stellplatz erreichten. Hannah und Johannes gingen in die Stadt und erkundeten ein paar schön beleuchtete Brücken, sowie die umliegenden Läden.
Am nächsten Tag gingen wir gemütlich mittags zu Fuss in die Stadt auf den riesigen Imam Platz, an welchem sich zwei grosse Moscheen, diverse Souvenirläden und der Bazar befinden.

Der Imam Platz
Eine der Moscheen

Abschliessend zur Stadtwanderung gönnten wir uns ein leckeres Falafelsandwich. Zurück bei Emma erwarteten uns Lea, Paul und Luk, welche wir schon in Tbilisi getroffen hatten.

Wiedersehen in Emma

Am nächsten Tag beschlossen wir, uns alle zusammen Richtung Wüste aufzumachen. Da wir spät loskamen und in einem der letzten Dörfer noch Holz für ein Lagerfeuer besorgten, reichte es nicht mehr in die Wüste und wir parkten neben der Hauptstrasse.

Eigentlich wollten wir nur ein bisschen Holz, es kam eine ganze Pritsche und zahlen liessen sie uns auch nicht

Gemütlich ging es am anderen Tag in das letzte Städtchen, wo nochmals Diesel und Wasser getankt, sowie die Vorräte aufgestockt wurden. Nach ca. 10 km erreichten wir dann die Wüste bei Varzaneh und direkt unterhalb von riesigen Sanddünen stellten wir unser Lager auf. Was für eine tolle Landschaft!! Johannes Aufgabe bestand wieder einmal im Rausziehen eines Autos, worauf wir von dem Paar zu diversen Leckereien eingeladen wurden.

Die Sonne wärmte schön und es war gemütlich

Am gleichen Tag noch erklommen wir die höchste Düne in unserer Nachbarschaft und genossen das Herunterrennen in der Sonne.

Beim Aufstieg auf die Düne – Lea geniesst den Ausblick

Abends gab es ein grosses Lagerfeuer, um uns warm zu halten. Anderntags ging es zum nahegelegenen Salzsee und den Abend verbrachten wir wieder am Lagerfeuer, wo Johannes ein leckeres Brot backte. Inzwischen hatte auch der Wind ein wenig zugenommen und am nächsten Tag erlebten wir einen Sandsturm. In der Wüste ging es einigermassen, aber das nahegelegen Dorf sah aus wie von Nebel verhüllt.

Alles wurde sandgestrahlt

Unser Weg führte uns nun über die Ruine einer Karawanserei nach Yazd, wo wir kurz nach dem Eindunkeln ankamen.

Im Inneren der Karawanserei

Da der ausgesuchte Stellplatz mitten in der Stadt auf einem öffentlichen Parkplatz war, konnten wir erst nach 24 Uhr hinfahren, da vorher noch zu viele Autos den Weg unpassierbar machten. Die folgenden zwei Nächte verbrachten wir dort, assen im nahegelegenen Restaurant Frühstück und erkundeten den Tag über und abends die Altstadt mit wunderbaren Lehmbauten sowie die verschiedenen Geschäfte und Bazare. Dann kam die Zeit des Abschiedes von Hannah, frühmorgens brachten wir sie zum Bahnhof, assen das letzte Mal zusammen Frühstück und fuhren dann zurück in die Stadt. Dieses Mal auf einen besser zu erreichenden Parkplatz, wo wir uns zu Alex, Tina und Tino gesellten, Bekannte aus Deutschland.

Die Altstadt von Yazd

Nach einem weiteren Tag in Yazd ging es endlich weiter in den Süden; wir schafften es in einem Tag nach Kerman, wo wir nach dem Eindunkeln den Schlafplatz erreichten. Am nächsten Tag lernten wir den Guide Arman kennen, mit welchem wir vorhatten, die nächsten Tage in der Wüste zu verbringen. Kurz entschlossen deckten wir uns mit den nötigsten Vorräten ein und fuhren noch am gleichen Tag über einen Pass bis zu den Kalouts, wo wir die Nacht verbrachten.

Nach der Wüstentour schliefen wir nochmals eine Nacht bei den Kalouts, genossen ein gemeinsames Lagerfeuer und am nächsten Tag ging es früh los bis nach Sirjan und tags darauf schafften wir es dank frühem Aufstehen bis auf die Insel Qeshm, wo wir die nächsten zwei Wochen entspannten.

Zurück von der Insel machten wir uns auf den „Heimweg“ Richtung Georgien. Die erste Übernachtung auf dem Festland war in Bandar-e-Lenghe, wo wir uns am folgenden Tag wieder früh auf die Socken machten. Nach ca. 2 Stunden Fahrt hatten wir Dieselgeruch in der Nase und stellten fest, dass die Rücklaufleitungen am Motor undicht waren. Fahrerkabine ausräumen und kippen, reparieren, weiterfahren, wieder Dieselgeruch.... und so ging es weiter. Mühsam war es und in Parsian wollten wir Ersatzschläuche kaufen. Uns wurde gut geholfen und wir wurden sogar zu einem leckeren Nachtessen eingeladen, wobei uns der Cousin allerlei über den Alltag und das Leben im Iran erzählte. Obwohl die Gastgeberin kein Englisch sprach, war es ein toller Abend.

Vor dem Nachtessen gab es Früchte, Johannes hat schön mit Mohammed geteilt

Früh morgens ging es weiter der Küste entlang, wo wir in einer Region über 100 Gasfackeln passierten; dementsprechend „frisch“ war die Luft.

Eine Fackel nach der anderen passierten wir entlang der Strasse

Kurz danach ging es ins Landesinnere und am späteren Mittag machten wir an einem Stausee halt, wo wir die Nacht verbringen wollten. Johannes unternahm noch einige anstehende Wartungsarbeiten und wir legten uns nicht all zu spät ins Bett. Leider wurden wir nachts um 3 Uhr unsanft von Steinewerfern geweckt, innerhalb von einer Minute waren wir wach und fuhren mit dem Lkw los in die nächstgelegene Stadt. Der Schock sass tief, sechs Faustgrosse Steine hatten unseren Lkw getroffen, zwei Fenster in der Fahrerkabine waren kaputt sowie ein Fenster im Aufbau. Total geschockt verklebten wir alles notdürftig und die Polizei sagte uns, wir sollten uns morgens bei ihnen melden. Im Nachhinein haben wir im Internet erfahren, dass schon einmal deutsche Overlander an diesem Ort schlafen wollten, jedoch von Einheimischen weggewiesen wurden, da es sich um einen Drogenumschlagplatz handle und die Schmuggler alle Leute mit Steinen verjagen – und ja, leider hatte es uns getroffen. Uns wunderte im Nachhinein das Vorgehen der Polizei nicht, wahrscheinlich wissen sie Bescheid und verdienen sich auch einen Teil davon.

So sah das Fenster auf der Beifahrerseite aus

Nach einer kurzen Nacht begaben wir uns zur Polizei, sie sagten, dass sie nicht viel machen können, jedoch wollten sie uns bei der Besorgung der Ersatzfenster behilflich sein und auch die Kosten übernehmen. Nach einigem Hin und Her wurde beschlossen, dass wir nach Shiraz fahren sollten, da es vor Ort keine Ersatzfenster gab. Das Gute an der ganzen Geschichte war, dass wir nun eine tolle Familie kennenlernten, die „Glasmacher“, welche uns die zwei neuen Scheiben in der Fahrerkabine einbauten. Nach diesem unschönen Erlebnis waren wir froh, so herzlich aufgenommen worden zu sein. Wir durften in einer ruhigen Wohngegend parkieren, wurden bekocht und bekamen am gleichen Abend eine Führung in die bekannte und eindrückliche Spiegelmoschee Shah-e-Cheragh.

Vor der Moschee, für Frauen ist der Tschador Pflicht

Anschliessend ging es zurück in die Wohnung, wo der Geburtstag von der Mamma und einem Cousin mit 26 Personen, gutem Essen und anschliessender Disco gefeiert wurde.

Die ganze Familie vor Ort, es gab Falafel und andere Leckereien

Wir genossen die nächsten zwei Tage in Sicherheit und gut aufgehoben bei unseren neuen Freunden. Am zweiten Tag stiessen auch Alex, Tina und Tino wieder zu uns, da sie ziemlich geschockt von unserer Geschichte waren und gerne mit zwei Fahrzeugen in den Norden aufbrechen wollten. Von den landesweiten Protesten bekamen wir zudem ausser von Erzählungen, Medienberichten und einer erhöhten Polizeipräsenz nichts mit.

Theres mit Shahin in einem der berühmten Gärten, vor einer ehemaligen Residenz des Schahs
Abschiedsfoto von unseren Freunden in Shiraz

Nach drei Tagen Erholung in Shiraz ging es weiter über Persepolis nach Isfahan. In Isfahan verbrachten wir nochmals zwei Nächte, um uns für die nächsten, längeren Etappen zu rüsten. Johannes kümmerte sich noch ein wenig um Emma und zur Belohnung gab es wieder einmal leckere Falafelsandwich. Nach zwei weiteren Fahrtagen und fast 1000 gefahrenen Kilometern, kamen wir nach Täbris, wo wir uns in den schon bekannten Park stellten. Johannes ging mit Alex und seiner Familie auf den Bazar, um noch die letzten Köstlichkeiten zu besorgen, währenddessen Theres mit einer Angina im Bett lag. Nach drei Nächten hiess es dann endgültig von Alex, Tina und Tino Abschied zu nehmen und für uns ging es weiter nach Maku an die Grenze. Dort wurden die Dieseltanks nochmals gefüllt, die letzten Rials ausgegeben und sich geistig auf die Grenze vorbereitet. Diese passierten wir am Folgetag innert kürzester Zeit, zum einen bezahlten wir auf der iranischen Seite einen Schleuser und zum anderen hatten die türkischen Zollbeamten keine Lust auf eine Kontrolle. Ohne Pause ging es dann bis nach Kars, wo wir wieder leckeren Bergkäse und Oliven kauften und dann ging es auch schon weiter nach Cildir, wo wir uns mitten auf den Dorfplatz stellten. Am nächsten Morgen mussten wir nach 9 Uhr aufbrechen, da um uns herum der Wochenmarkt stattfand. Nochmals Vorräte auffüllen und dann so schnell wie möglich die Grenze passieren. Bis Abends erreichten wir Tbilisi, wo wir uns zu den Altbekannten, Sven und Martina, an den See gesellten.

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