5 Fakten über Russland…

... die uns überrascht, geschockt und gefreut haben. Vorgängig zu unserem Besuch in Russland haben wir eine Vorstellung gehabt, wie es sein könnte und auch weit verbreitete Vorurteile waren in unseren Köpfen. Schlussendlich verbrachten wir intensive 30 Tage im Land und hätten noch gerne mehr davon gesehen.

1. Das Volk der Russen

Den typischen Russen stellt man sich blond und hager vor. Das dem nicht so ist, haben wir schon kurz nach der Grenze auf dem Markt in Vladikavkaz erfahren, wo wir asiatisch aussehende Verkäuferinnen angetroffen haben. Bei unserer Reise durch den Ural sind wir zwei weiteren Volksgruppen, den Tartaren und Baschkiren begegnet. Sie sind schon seit geraumer Zeit in dieser Region anzutreffen und praktizieren unter anderem im Gegensatz zu den traditionellen Russen einen gemässigten Islam und haben mandelförmige Augen. Ihre Sprachgruppe gehört den Turksprachen an. Auch in Elista, auf der europäischen Seite Russlands, leben seit langem die Kalmücken, welches ein westmongolisches Volk ist.

2. Das Land der Russen

Es ist gross, wirklich gross. Während unserer Zeit in Russland sind wir fast 4000 km gefahren, für uns eine riesige Distanz. Auf der Landkarte gesehen haben wir uns dabei nur im Süden Russlands entlang der kasachischen Grenze aufgehalten. Und dies, obwohl wir fast jeden Tag gefahren sind. Gerne noch wären wir weiter nach Osten gefahren, doch wir haben dies auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. In Russland mal schnell 100 km in die nächste Stadt zu fahren, ist nichts Aussergewöhnliches. In der Schweiz hätten wir damit schon das halbe Land durchquert.

Bäume und Seen bis zum Horizont

3. Die Umwelt der Russen

Dies ist leider das traurigste Thema unseres Besuches. Im Bereich vom Ural gibt es einige Städte, welche direkt um Kupfer- oder Erzabbaugebiete entstanden sind. Dazu werden in diesen Orten oft die Metalle aufgearbeitet, was weiter zur Verschmutzung beiträgt. Deshalb haben es einige russische Städte auf die Liste der dreckigsten Städte der Welt geschafft. Ein anderes, mehr oder weniger bekanntes Unglück ereignete sich in Majak, als 1957 radioaktives Material in die Umwelt gelangte. Das Ganze wurde von der Regierung bis 1970 geheimgehalten und immer noch ist nicht wirklich klar, wie gross die Verstrahlung ist. Leider wird die Anlage zur Aufbereitung von Brennstäben weiterhin genutzt und gemäss Zeitungsberichten haben wir herausgefunden, dass auch im Herbst 2017 ein Unfall passiert ist. Als wir Russen auf Majak angesprochen haben, gaben sie zur Antwort, dass es noch schlimmere Orte in Russland gebe und dort würden auch Menschen leben... Gemäss Greenpeace Russland sollen 1/5 des Landes durch verschiedene Umweltverschmutzungen „verseucht“ sein - ohne Rücksichtnahme auf Menschen und die wunderschöne Natur Russlands.

Links im Bild abgebautes Material und eine Aufbereitungsanlage, rechts schön hergerichtete Gebäude

4. Der Charakter der Russen

Uns wurde schon vorgängig von einer Russin erzählt, dass die Russen eher distanziert seien und auch wir stellten uns die Russen reserviert und eher unfreundlich vor. Diese Vorurteile haben wir aber schon beim Grenzübertritt abgelegt. Die Grenzbeamten waren nett und hilfsbereit und machten sogar Witze mit uns. Auch unterwegs haben wir viele nette Menschen getroffen, die uns bei Fragen oder auch von sich aus geholfen haben und uns interessiert über unsere Reise ausgefragt haben. Die Verständigung war nicht immer einfach, da die meisten Russen nur Russisch sprechen, doch auch Johannes ist schon ein guter Gesprächspartner für den ersten Smalltalk geworden.

5. Das Essen der Russen

Als wir in Georgien waren, erzählten uns die Georgier immer stolz, dass die Russen wegen dem Essen zu ihnen kommen, da es das Beste der ehemaligen Sowjetunion sei. Wir dachten schon, dass wir nun einen Monat eine fade Küche haben werden. Die meiste Zeit kochen wir selber, doch wollten wir auch die lokale Küche, vor allem im Imbissbereich testen. Für so schnell zwischendurch gab es überall Bäckereien, die Hefeteigbrötchen verkauft haben, welche mit Kohl, Pilzen oder Kartoffeln gefüllt waren, oder als süsse Version mit Äpfel. Theres war angetan von den Blinis (wie bei uns Crêpes), welche man auf der Strasse entweder in salziger Version mit z.B. viel Käse oder Pilzen bekommt oder als süsse Version, wo uns die Blinis mit Quark und Kirschen am besten geschmeckt haben. Johannes Favorit waren die Kartoffeln, welche in der Mitte aufgeschnitten, mit Käse vermengt und dann mit einem „Salat“ garniert werden. Und zu guter Letzt Smetana, das vergleichbar ist mit Schmand bzw. Sauerrahm, jedoch mild schmeckt und zu allem dazu gegessen wird. Wir lieben es!!

In einem extra Restaurant für Pelmenis, lecker wars

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