Action pur

Zurück aus Bishkek kam Johannes mit unseren zwei Feriengästen, Chigi, der Bruder von Theres und Angi, seiner Freundin, nach Karakol. Als erstes wurde Mattis innig von seinem Onkel und der Tante begrüsst, dann das Zimmer bezogen und alles Neue aus der Heimat begutachtet. Dann ging es für die Zwei in Begleitung von Mattis und Theres auf den grossen Bazar, wo es allerlei zu entdecken gab. Am nächsten Tag ging das gleiche Gespann zum Hausstrand von Karakol, wo sogar Mattis die Füsschen in den See steckte.

Zurück beim Hotel warteten zwei Bekannte auf uns, Heidi und Valentin, welche wir vor über einem halben Jahr in Georgien kennengelernt hatten. Spätabends kam auch Renault, denn wir in Rot-Front kennengelernt hatten mit seiner Freundin vorbei. Am nächsten Tag war das Wetter nicht so toll, nichts desto trotz unternahmen Chigi und Angi eine Wanderung in ein Seitental, während dessen wir ins Zentrum von Karakol gingen.

Alle zusammen geniessen wir die leckere „Nudelsuppe“ Ashlan-Fu

Abends liessen wir es uns gut gehen, bestellten alle zusammen Pizza und sassen noch eine Weile gemütlich zusammen. Am nächsten Tag hiess es früh aufstehen, da wir auf den berühmten Viehmarkt gingen, wo man spätestens um 5 Uhr morgens sein sollte.

Die Pferde warten auf einen Käufer
Was wird wohl aus den Kühen?
Gut versteckt entgeht die Geiss einem Verkauf

Anschliessend gab es ein grosses Frühstück und da es gutes Wetter war und vier Fahrräder vorhanden waren, brachen alle bis auf Heidi, Mattis und Theres, zu einer Fahrradtour auf, welche über ziemlich unwegsames Gelände bis zu heissen Quellen führte. Ziemlich müde aber glücklich kamen die vier Sportler abends wieder zurück.

Auf dem Weg zu den heissen Quellen
Alle vier glücklich nach dem sportlichen Tag

Von Valentin und Heidi wurden wir dann mit leckeren Kässpätzle bekocht, was die Energiespeicher wieder auffüllte. Am nächsten Tag hiess es dann Abschied nehmen von Heidi und Valentin und für uns ging es wieder westwärts. Chigi und Angi nutzten die Stillpause mit Mattis aus und begutachteten die roten Felsen beim gebrochenen Herz. Dann ging es weiter bis nach Tossor, wo wir 10 m neben dem See unser Lager aufschlugen. Abends bekochten uns Chigi und Angi und wir hatten mit einer grösseren Mückeninvasion zu kämpfen, da wir vergessen hatten, ein Fenster zu schliessen.

Wir lassen uns von unseren Gästen lecker bekochen

Am nächsten Tag fuhren Chigi und Angi wieder mit unsere Fahrräder die Umgebung erkunden und kamen dann kurz vor einem Gewitter wieder wohlbehalten zurück. Von unserem Standort aus hatten wir den besten Überblick über die vorbeiziehenden Gewitter.

Für einmal gutes Wetter, hier früh am Morgen

Am nächsten Tag konnte dann auch unser Abenteuer in die Berge starten. Wir kauften im letzten Dorf noch einiges an Essen ein, bevor es auf der gut ausgebauten Strasse Richtung Kumtor Goldmine ging. Dabei handelt es sich um eine der höchstgelegenen Goldmine der Welt, auf ca. 4300 m.ü.M., welche in Hand von kanadischen Investoren ist. Wir hatten schon früher Versorgungskonvois für die Mine gesehen und auch an jenem Tag kamen uns einige grössere Fahrzeuge entgegen.

Auf 3500 m.ü.M. kommt uns plötzlich ein Pneukran – Theres Lieblingsfahrzeug – entgegen

Auf knapp 4000 m.ü.M. hiess es für uns dann rechts auf den Goldmine Track abbiegen. Da nun für längere Zeit kein Teer mehr in Sicht war, liess Johannes Luft aus den Reifen ab und Angi und Chigi machten sich zu Fuss auf durch die beeindruckende Landschaft.

Auf fast 4000 m.ü.M. Berge und Gletscher soweit das Auge reicht

Für uns ging es erst einmal über sehr enge Serpentinen einige Hundert Höhenmeter nach unten, wobei Emma schon ab und zu ein wenig schief stand.

Auf dem Weg den Pass hinunter…
… genossen wir diese Landschaft

Kurz vor dem anvisierten Übernachtungsplatz trafen wir auf vier Neuseeländer, welche zu Fuss durch die Berge unterwegs waren.

Am nächsten Tag backten wir für Sally einen Geburtstagskuchen, serviert mit einem Kaffee

Am nächsten Tag packten wir wieder die Bikes aus, wobei immer zwei mit ihnen durch die Landschaft radelten und zwei mit Mattis und Emma fuhren. Oft mussten kleinere und grössere Flüsse überquert werden, wobei die Fahrradfahrer immer wieder nasse Füsse bekamen.

Vorne die Fahrradfahrer
So sah es jeweils abends aus, entspannen und zusammen ein Bier und Chips geniessen

Wieder schlugen wir an einem wunderschönen Ort unser Nachtlager auf und machten uns startklar für den nächsten Tag, wo uns in ca. 10 km Entfernung eine grössere Flussdurchquerung erwartete. Und die hatte es in sich. Am frühen Vormittag waren wir da und begutachten den Fluss, die vorhandene Brücke war leider keine Alternative, da nur eine Maximallast von 5 Tonnen angegeben war. Nach einigem hin und her entschieden wir uns für eine Stelle und Johannes fuhr alleine über den Fluss.

Hier wollten wir den Fluss überqueren
Emma macht sich auf zum anderen Ufer

Doch leider kam er nicht auf der anderen Seite an. Es fehlte ca. ein Meter, doch Emma steckte fest und nach mehrmaligem Versuchen sie frei zu bekommen, war es noch aussichtsloser.

So stand sie nun für ein paar Tage im kalten Wasser, unsere Emma

Hilfe musste her und lokale Leute sahen in uns schon die grosszügigen Ausländer und boten ihre Hilfe gegen grosse Dollarnoten an. Leider waren wir auf sie angewiesen und als Emma auch abends um neun Uhr und nach Versuchen, sie mit einem Traktor freizubekommen, immer noch im Fluss steckte, wussten wir, ohne grosse Hilfe geht nichts. Johannes zog nun ohne uns los, für ihn ging es mit dem Traktor ins 15 km entfernte Dorf und von dort aus mit einem Viehhändler ins 100 km entfernte Kochkor, wo er am nächsten Tag frühmorgens durch Mikel in Bishkek Hilfe bekam.

Johannes zusammen mit einer ganzen Familie auf dem Weg nach Kochkor

Johannes musste sich erst noch mit Einheimischen herumschlagen, die gerne für gutes Geld mit ihren unbrauchbaren Fahrzeugen geholfen hätten. Der Rest der Gruppe schlug das Zelt keine 10 m von Emma entfernt auf und es wurde eine unruhige Nacht, zu viert in einem 2er Zelt und zwischendurch wurde noch Mattis gestillt. Hauptsache niemand hatte kalt.Am nächsten Tag kam und kam Johannes nicht, jedoch verschiedene Kirgisen, die das ganze Geschehen irgendwie amüsierte. Abends kam dann auch ein netter Kirgise und bot uns Hilfe an, so dass Chigi und Angi mit ihm zu seiner Familie in die Jurte gingen, wo sie verpflegt wurden. Und plötzlich hörte Theres ein Motorengeräusch (Fahrzeuge kamen auf der Strecke nicht viele vorbei und vor allem nicht dann, wenn man sie braucht) und überwältigend war die Freude, als sie das Fahrzeug von Sven und Martina erblickte. Sie wurden von Johannes angefragt, ob sie vorbei kommen könnten, um den Rest der Gruppe moralisch und auch mit Essen zu unterstützen. Nach dem Abendessen tauchten auch Ingrid und Jürgen auf, die einen langen Fahrtag hinter sich hatten. Johannes sollte am nächsten Tag mit einem grossen Kamaz auftauchen. Schon am Vormittag kam das Geschoss an, immer noch waren wir alle angespannt, wollten wir unser Haus endlich aus dem Fluss haben.

Dieser Kamaz mit seiner Besatzung zog Emma wieder raus

Nach dem zweiten, ziemlich unzimperlichen Versuch, war sie endlich draussen. Was für eine Erleichterung. Und dann ging das grosse Putzen los, überall wo Emma im Wasser stand, kam auch Sand dazu. Was für ein Disaster. Zeitgleich hatten wir noch einen kleinen Kabelbrand, der zum Glück keine grösseren Schäden hinterliess. Nun hiess es noch alle Fächer öffnen, die im Wasser standen und die nass gewordenen oder mit Sand verschmutzten Sachen zu säubern.

Alles was mit dem Flusswasser in Berührung kam, musste ausgepackt werden

Waren wir froh, als wir am nächsten Tag gegen Mittag losfahren konnten, um ein wenig Abstand von der ganzen Aktion zu gewinnen. Über Pisten ging es bis nach Kochkor in ein Gästehaus, wo Johannes schon eine Nacht verbracht hatte. Die Inhaber deckten gross auf und vor allem Mattis wurde ins Herz geschlossen. Am nächsten Tag spielte der Mann extra nochmals für Mattis ein Liedchen mit gleichzeitig tanzenden Steinböcken und er bekam sogar Filzschuhe geschenkt.

Mattis ist fasziniert von den tanzenden Steinböcken

Danach trennten wir uns nochmals, für Chigi und Angi ging es mit der Marschrutka nach Bishkek und wir fuhren mit Sven und Martina nach Rot-Front, wo Johannes began, den Generator auszubauen. Am nächsten Tag fuhren wir zur Kamaz Werkstatt nach Bishkek, wo wir den Lkw abstellen konnten und zurück in der Stadt ging Theres mit Mattis und den zwei Gästen zum Osh Basar, wo kräftig für zu Hause eingekauft und das Markttreiben miterlebt wurde. Abends gingen wir zusammen mit Sven und Matthew, dem Mitbewohner von Mikel, ein leckeres Abschiedsessen geniessen.

Ein Besuch im Barbershop gab es auch noch, leider durfte Mattis nur zuschauen, da noch nicht genug Haare vorhanden waren

Schön und turbulent waren die zwei Wochen mit Chigi und Angi und wir hoffen, dass sie weiterhin Lust auf Zelturlaub haben und uns vielleicht später nochmals besuchen kommen.

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