Georgien zum X-ten

Nach Kutaisi fuhren wir dann mit Sven (seine Frau war auf Heimaturlaub) weiter Richtung Gori, machten aber in Kareli einen mehrtägigen Zwischenstopp am Fluss. Dort versuchten wir uns wieder einmal im Gläser schneiden (2 Flaschen waren erfolgreich und sind nun in Bearbeitung) und stockten den Holzvorrat für Svens Ofen auf.

Während dem Holzsammeln entlang der Eisenbahnlinie Baku - Poti
Während dem Holzsammeln entlang der Eisenbahnlinie Baku – Poti

Dann hiess es für uns weiterfahren und dies genau an dem Tag, wo es 5 - 10 cm frisch geschneit hatte. Alle fuhren nun im Schritttempo und schlussendlich kamen wir heil in Biisi an, wo am Wochenende ein Eiskletterfestival steigen sollte. Freudig wurden wir von unserem Freund Jemal begrüsst und die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit der Vorbereitung für das Festival. Am Tag nach dem Festival vergnügten wir uns noch im Eis, zusammen mit Matthew aus Südafrika und Mikel aus Spanien. Sie durften sogar bei Sven im Auto schlafen, der sich auch das Festival ansah, da es Nachts für die beiden draussen bitterkalt war und so verbrachten wir Abends eine gesellige Zeit zusammen.

Am nächsten Morgen, Mikael the Bask...
Am nächsten Morgen, Mikel the Bask…

Am nächsten Tag fuhren wir dann alle zusammen nach Gori, wo wir die zwei Mitfahrer nach Tbilisi verliessen und wir fuhren auf einen Parkplatz, da wir unseren "angeschnittenen" Reifen trotzdem wechseln wollten, da wir nicht sicher waren, ob wir nochmals Schneeketten aufziehen mussten. Sven half uns dabei und nach einem Tag Arbeit war Emma wieder fahrbereit.

Sven beim Aufpumpen des Reifens
Sven beim Aufpumpen des Reifens
Puri, der in der Nähe schlief und von uns ein paar Tage lang verwöhnt wurde
Puri, der in der Nähe schlief und von uns ein paar Tage lang verwöhnt wurde

Wir verabschiedeten uns am nächsten Tag von Sven und fuhren los Richtung Türkei. Die Aufenthaltsvorschriften von Georgien sehen vor, dass man als Tourist 1 Jahr Visafrei im Land sein kann. Ist man jedoch mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs, muss dieses alle 3 Monate das Land verlassen, was wir nun vor hatten. In Borjomi wurden wir bei einem kurzen Halt von der Polizei zu einer Strafe verdonnert, da wir eine imaginäre, durchgezogene Linie überfahren hatten. Die erklärten Verkehrsregel waren nachträglich zum Lachen, jedoch waren wir kurzfristig wütend auf den Polizisten, alles diskutieren half nicht. Weiter gings und kurz vor der Grenze beschlossen wir dann, noch am gleichen Tag den Grenzübertritt zu bewältigen. Ohne Probleme (und dieses Mal waren die Türken wesentlich freundlicher) ging es über die Grenze und in Mitten der verschneiten Landschaft (ca. 1400 müM) fuhren wir zum nächst grösseren Ort, Posof. Am Rand vom Dorf gegenüber der Moschee hatte es einen riesigen Parkplatz, auf welchem wir es uns gemütlich machten. Dann ging es mit 30 Türkischen Lira ins Dorf und in den ersten Einkaufsladen rein. Und da gab es tolle Sachen, die wir in Georgien nicht bekamen. Auf dem Weg zum Bankomaten wurden wir dann von einem Taxifahrer in ein Häuschen auf Kaffee eingeladen, er hatte uns sofort als Deutsche erkannt. Froh, wieder einmal Deutsch zu reden, unterhielt er sich gerne mit uns und wir freuten uns über die Gesellschaft von ihm und seinen Kollegen. Das Abendessen nahmen wir in einem kleinen Lokal ein. Frisches Kisir (Gericht aus Bulgur, roten Linsen und Tomatenpürre), sowie heisse Gözleme. Lecker wars und uns gefiel es richtig gut. Wieder einmal eine Abwechslung zu Georgien. Am späteren Abend setzte dann starker Schneefall ein und am nächsten Tag waren alle Strassen glatt. So fiel es uns nicht schwer, einen Tag anzuhängen, denn wir mit spazieren und einkaufen verbrachten (wir fanden sogar einen richtigen Bergkäse, von dem wir gleich 1.5 kg kauften).

Posof, ein grösseres Dorf kurz nach der Grenze
Posof, ein grösseres Dorf kurz nach der Grenze
Endlich gab es wieder Ayran für Johannes
Endlich gab es wieder Ayran für Johannes
Unser Schlafplatz in Posof
Unser Schlafplatz in Posof

Früh morgens gings dann wieder Richtung Georgien. An der Grenze nahmen es die Georgier ziemlich genau, sogar ein Drogenhund wurde eingesetzt, der Arme hatte aber Angst vor unserer Treppe, so konnte der Innenraum nicht durchschnüffelt werden. Dann wieder zurück nach Borjomi, wo wir den Abzweig nach Bakuriani nahmen. Das Skiresort sah eher nach Frühling aus, hatte kurz davor ein heftiger Wind gewütet, wodurch die Kämme freigeblasen waren und die Sonne ihr übriges tat. Nichts desto trotz machten wir am nächsten Tag eine kleine Skitour und fanden noch eine Schneeverwehung, um unsere Skisprungkünste zu üben.

Aussicht in Bakuriani
Aussicht in Bakuriani
Blick auf die Berge in Bakuriani
Blick auf die Berge in Bakuriani

Am folgenden Tag ging es direkt nach Tbilisi, wo wir uns zu Sven an den Tbilisi Sea gesellten. Die nächsten drei Tage verbrachten wir mit Autos angucken, da wir für den nächsten Besuch ein eigenes Auto haben wollten, da hier die Mietkosten einfach zu hoch sind. Einen Tag waren wir in Rustavi auf einem riesigen Automarkt, aber irgendwie war kein passendes Auto dabei. Am folgenden Wochenende war wieder ein Eisklettercontest angesagt, dieses Mal in Gveleti, in der Nähe der russischen Grenze. Wir entschieden dann, mit Emma hochzufahren, vorbei am Skiort von Gudauri, welches auch schon ziemlich viel Sonne abbekommen hatte. Nach dem Pass fing die abenteuerliche Strecke an, alte Tunnels, in welchem wir dank unserer Grösse nur knapp Platz hatten und wir hofften immer, dass uns kein Lkw entgegenkommt. Nach dieser nervenaufreibenden Strecke waren wir dann bald in Kazbegi und dann in Gveleti. Wir halfen den Jungs ein wenig beim Einrichten, verbrachten nette Abende zusammen und beschlossen, am Samstag wieder zu fahren, da Schnee angesagt war und wir immer noch kein Auto hatten. Bei der Rückfahrt stellten wir uns noch in die Schlange des Schwerverkehrs, wollten wir doch im Tunnel nicht einen anderen Lkw kreuzen, was sowieso nicht möglich gewesen wäre. Nach einer Stunde Warten fuhren wir trotzdem weiter, wir hatten das System der Warterei nicht ganz verstanden, doch die Polizei gab uns das OK und wir trafen glücklicherweise keine anderen Lkws an.

Beim Warten auf die Weiterfahrt
Beim Warten auf die Weiterfahrt
Zum Glück nur ein Auto als Gegenverkehr
Zum Glück nur ein Auto als Gegenverkehr
In einem der nicht ganz so grosszügig gebauten Tunnels
In einem der nicht ganz so grosszügig gebauten Tunnels

Wieder zurück in Tbilisi nahmen wir Kontakt auf mit privaten Autoverkäufern und schauten uns noch zwei Autos an, wovon uns eines gut gefiel. Anschliessend machten wir uns auf nach Delisi, wo wir uns in der Nähe unseres Freundes Mikel niederliessen und am Sonntag Abend mit ihm kochten und seine Waschmaschine sowie seine Dusche benutzen durften. Am Montag kauften wir dann endlich unseren Schwarzen Blitz und waren ziemlich erleichtert, hatten wir uns das Autokaufen ein wenig einfacher vorgestellt. Den Dienstag verbrachten wir mit Guga in der Autowerkstatt, liessen einiges richten und das Motoröl wechseln. Zudem fuhren wir zu Mercedes Benz, wo wir ausmachten, dass wir den Lkw für die nächsten drei Wochen abstellen können. Wir genossen die Zeit mit klettern, Freunden etwas trinken und uns für die nächsten drei Wochen vorzubereiten und zu packen. Am Tag der Ankunft von Familie Höpli liessen wir Emma noch vom Winterdreck befreien und spendierten ihr eine Stunde Wellness.

Anschliessend gaben wir Emma ab und fuhren zurück nach Tbilisi ins Hostel.

Emma mit ihrem Winterdreck
Emma mit ihrem Winterdreck
Emma im Beautysalon
Emma bekommt Wellness…
Emma glänzt wieder
Emma glänzt wieder

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